Hacking Samsung SPF-87H - Linux demonMittwoch, 02 Februar, 2011 13:34

Meinen Wunsch, wie ich den Samsung SPF-87H digitalen Bilderrahmen als Zweit-Monitor verwenden möchte, habe ich fertig programmiert. Da Samsung für dieses Gerät leider nur Windowsen unterstützt, guckt man als Linux User diesbezüglich in die Röhre. Das ist nicht (mehr) modern, aber leider Fakt. Nun ja, wenn du etwas gemacht haben willst, mach' es selbst! Und so habe ich mir einen Demon geschrieben.

Der Demon läuft im Hintergrund, schläft überwiegend und guckt dann immer nach einer Sekunde nach, ob das Gerät angeschlossen und im Monitormodus ist - dann schlägt er zu. Die Systemlast läuft gegen Null. Die einfache Lösung erschien mir am Anfang platt, es hat sich aber herausgestellt, daß sie auch die nervenschonenste und auch die Last schonenste ist, jedenfalls ist es nun so, dass ich die Pseudodatei des Kernels /proc/bus/usb/devices nach "Vendor=04e8 ProdID=2034" greppe. Das ist ja auch nicht wirklich eine echte Dateioperation und findet ohne Plattenzugriff allein im Hauptspeicher statt.

Es wird dann der permanente Monitormodus eingeschaltet und, sofern man es angegeben hat, das Kommando für diesen Fall ausgeführt. Da starte ich das Script, dass mir meine Conkys, die auf dem Hauptmonitor laufen, beendet und mir dann mit Xvfb, scrot und jpeg2spf87h, siehe unten, die Bilder auf den SPF-87H pumpt, die ich da sehen möchte.

Der demon kann noch was, denn wenn ich den SPF-87H dann wieder ausschalte, wird das Kommando für diesen Fall gestartet und dann startet er per Script wieder meine Conkys für den Hauptbildschirm.

Im Syslog sieht das so aus:

    
Feb  2 00:09:52 localhost spf87hd[16354]: SPF87H device in monitor mode found.
Feb  2 00:09:53 localhost spf87hd[16354]: claimed device.
Feb  2 00:09:53 localhost spf87hd[16354]: Permanent monitor mode enabled.
Feb  2 00:09:54 localhost spf87hd[16354]: Monitor cmd started.
...
Feb  2 00:11:27 localhost spf87hd[16354]: SPF-87H monitor device gone.
Feb  2 00:11:27 localhost spf87hd[16354]: No-Monitor cmd started.

Im Top:

  PID USER      PR  NI  VIRT  RES  SHR S %CPU %MEM    TIME+  COMMAND                                                                                                   
16354 root      20   0 18692  784  584 S    0  0.0   0:00.95 spf87hd

Na, damit kann man doch zufrieden sein, oder nicht?

Der Demon läuft auch im Vordergrund und kann auch ohne jede Option ausgeführt werden, dann schaltet er nur den permanenten Monitormodus auf dem Gerät ein.

Als demon muss er als root laufen, damit er in /var/run/ auch seine pid Datei schreiben und wieder löschen kann. Als user Prozess kann er auch betrieben werden, dann jedoch nur als Vordergrund Prozeß.

    
  $ ./spf87hd -h
Initializes the SAMSUNG SPF-87H for Linux Monitor Mode when it is set to it.

spf87hd has these Options:

-f, --foreground          Don't deamonize, stay at console.
-n, --nomonitor 'command' Command (unchecked) to be executed after Mini-
  Monitor function has been stopped.
-m, --monitor 'command'   Command (unchecked) to be executed after Mini-
  Monitor function has been started.
-u, --user [name]         Username (must exist) the commands are run by.
-h, --help                This text.
 

Für das Rüberschieben von JPEG Dateien habe ich auch ein eigenes Programm geschrieben, naja, abgeschrieben, wie im Großen und Ganzen eigentlich alles abgeschrieben, angepaßt und modifiziert ist. Dafür hat es aber auch sehr wenig Systemlast und produziert keine Beschwerden des Kernels mehr, "...process 24676 (jpeg2spf87h) did not claim interface 0 before use". Und ich verwende da libusb_bulk_transfer, genau wie der Windows Treiber auch bulk transfer verwendet.

Fehler passieren, die ich nicht verhindern kann. Bei hoher Systemlast ist es so, dass hier bei mir das Bilder rübersenden nicht immer funktioniert. Das ist aber kein Fehler von jpeg2spf87h, sondern eine Folge der Arbeit des Kernels in so einer Situation, jpeg2spf87h ist eben userland. Ausserdem gerät das Gerät manchmal aus dem Monitormodus hinein in den Datenträgermodus, das ist aber selten und kann durch einen Neustart des SPF-87H behoben werden. Ich merke das an der Bildschirmmeldung die dann kommt, sinngemäß steht dann da, der Datenspeicher sei fast voll und ich solle Dateien löschen wenn ich da Platz brauche. Diese Meldung fehlt vermutlich wenn Platz ist, dann merkt man es wohl nur daran, dass das Bild nicht mehr aktualisiert wird. Vermutlich ist das ein Bug in der Firmware, nur habe ich wenig Lust die neue Firmware einzuspielen die diesen Bug behebt, mir aber meine ganze Arbeit vielleicht wieder zunichte macht. Wer weiß? Never change a running sytem, you know? Aber vielleicht kann mir ja ein Leser mit der neuesten Firmware da mal was berichten...

Für die Realisation dieses kleinen aber anstrengenden Projektes habe ich also vielen Leuten zu danken, sie sind alle in den Quellen aufgeführt. Ja, opensource ist eine tolle Sache, ohne hätte ich meinen Samsung SPF-87H wohl wieder verkauft, oder nein, zum Kauf wäre es gar nicht erst gekommen. So wird mein Dank noch größer und geht auch an Samsung, denn ohne diese Versorgungslücke hätte ich mich gar nicht in diese Arbeit gestürzt. Da aber auch ohne Opensource ohne Hintergrund und Basis dieses Projekt gar nicht möglich gewesen wäre, ist es sogar so, daß ich gar nicht allen danken kann. Was ich aber tun kann, ist, das was ich gemacht habe, wieder zu veröffentlichen.

Wer also Lust hat, den Code einmal zu begutachten oder als Vorlage für sein eigenes Projekt nehmen möchte, oder wenn Du sogar selbst einen Samsung SPF-87H mit dieser bescheuerten, broken by design Firmware hast, dann hättest du ja sogar selbst dafür Verwendung.

Downloads:

spf87hd_v0.0.1.tar.gz 

jpeg2spf87h_v0.0.1.tar.gz 

Categories: Hardware, Linux, Programmierung, Selbstgemacht, Software

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